Einleitung
Die galvanische Beschichtung stellt besondere Anforderungen an die Konstruktion von Bauteilen. Bereits in der Entwurfsphase müssen Konstrukteure die Besonderheiten des Galvanisierungsprozesses berücksichtigen, um optimale Beschichtungsergebnisse zu erzielen.
Grundregeln der galvanisiergerechten Konstruktion
Vermeidung von Hohlräumen und Taschen
Geschlossene Hohlräume und tiefe Taschen führen zu ungleichmäßiger Schichtdickenverteilung. Die Stromdichte variiert stark zwischen leicht zugänglichen Außenflächen und schwer erreichbaren Innenbereichen.
Kantenverrundung
Scharfe Kanten und Grate verursachen lokale Stromspitzen, die zu übermäßigem Schichtaufbau (sog. "Hundeknochen-Effekt") führen. Empfohlen wird ein Kantenradius von mindestens 0,5 mm.
Aufhängepunkte
Jedes Bauteil benötigt geeignete Kontaktstellen für die galvanische Aufhängung. Diese Punkte sollten bereits bei der Konstruktion vorgesehen werden.
Geometrische Empfehlungen
- Gleichmäßige Wandstärken bevorzugen
- Bohrungen mit Durchmesser > 2× Tiefe gestalten
- Innenecken mit Radius ≥ 1 mm ausführen
- Ablauflöcher für Spülwasser vorsehen
Zusammenfassung
Durch die Berücksichtigung galvanotechnischer Anforderungen bereits in der Konstruktionsphase lassen sich Qualitätsprobleme vermeiden, Kosten senken und die Lebensdauer der Beschichtung erhöhen.

